Anybus Communicator

Anybus logo Interbus-Protokollkonverter

Der Anybus Communicator ist ein intelligenter Interbus-Protokollkonverter. Er verbindet Feldgeräte über ihre serielle Schnittstelle mit Interbus. Der Communicator übernimmt dabei die Aufgabe eines Protokollkonverters und Schnittstellenwandlers. Mit dem Konfigurationstool definieren Sie das Protokoll der seriellen Schnittstelle und die gewünschte Umsetzung auf Interbus.

Anwendungsbereich

Der Communicator eignet sich für alle Feldgeräte, die keine integrierte Interbus-Schnittstelle haben, jedoch über eine serielle Schnittstelle verfügen. Über diese serielle Schnittstelle und den Anybus Communicator wird das Feldgerät in das Interbus-Netzwerk eingebunden. Je nach Geschwindigkeit und Funktionalität der seriellen Schnittstelle ergeben sich große Unterschiede bei Performance und Durchgängigkeit der Gesamtlösung. Besonders wirtschaftlich ist der Einsatz des Communicators immer dann, wenn mehrere Feldgeräte lokal über ihre RS-485-Schnittstellen miteinander vernetzt werden und dann über einen Communicator in Interbus eingebunden werden.

Interbus-Funktionen

Der Communicator arbeitet als Slave im Interbus-Netzwerk. Er kann bis zu 20 Byte zyklische Eingangs- und 20 Byte Ausgangsdaten übertragen. Die Übertragung azyklischer Parameterdaten (PCP-Daten) ist ebenfalls möglich. Die Konfiguration der Interbus-Seite des Communicators erfolgt mit dem Interbus-Konfigurationstool. Der Anschluss an den Interbus erfolgt über zwei 9-polige D-Sub-Anschlüsse. Die Übertragungsgeschwindigkeit kann über einen Jumper auf 500 kbit/s oder 2 Mbit/s eingestellt werden.

Serielle Schnittstelle zum Feldgerät

Die serielle Geräteschnittstelle ist als 9-polige D-Sub-Buchse an der Unterseite des Communicators ausgeführt. Sie muss mit dem Konfigurationstool auf einen der folgenden Signalpegel eingestellt werden: RS-232, RS-422 oder RS-485. Die Baudrate kann zwischen 1.200 und 57.600 bit/s gewählt werden. Das Protokoll dieser Schnittstelle muss bei der erstmaligen Inbetriebnahme des Communicators mit dem Konfigurationstool definiert werden. Im RS-232-Betrieb wird eine 1:1-Verbindung zwischen dem Communicator und einem Feldgerät hergestellt. Im RS-485- oder RS-422-Modus können bis zu 31 Feldgeräte seriell mit einem Communicator verbunden und in Interbus eingebunden werden.

Konfiguration mit dem Anybus Configuration Manager

Bei der erstmaligen Inbetriebnahme muss mit dem Konfigurationstool das Protokoll der seriellen Schnittstelle festgelegt werden. Das Konfigurationstool läuft auf PCs unter Windows. Die Verbindung vom PC zum Communicator erfolgt über das Konfigurationskabel. Der Konfigurationsvorgang ist menügeführt. Je nach Aufbau des seriellen Protokolls wird der vordefinierte Modbus-RTU-Modus oder der Generic Data Mode benutzt. Für die Konfiguration sind keine Programmierkenntnisse erforderlich.
Der Modbus-RTU-Mode ist immer dann vorteilhaft, wenn das serielle Protokoll des Feldgerätes sich gleich oder ähnlich dem Modbus-RTU-Protokoll verhält. Der Communicator übernimmt die Master- und das Feldgerät die Slave-Funktion. Eventuelle Abweichungen eines speziellen Protokolls vom Modbus-Standard können detailliert angegeben und der Communicator so an die Besonderheiten des jeweiligen Feldgerätes angepasst werden.
Im Generic Data Mode kann das Protokoll zwischen Feldgerät und Communicator frei definiert werden. Mit dem Telegramm-Editor werden der genaue Telegrammaufbau und die anzuwendenden Überwachungsmechanismen wie Zeitüberwachungen und Prüfsummen festgelegt. Vordefinierte Optionen für gängige Prüfsummenberechnungen und Zeitüberwachungen erleichtern Ihnen die Arbeit.

Vorteile

Der Communicator steht in funktionskompatiblen Varianten für viele Feldbusse zur Verfügung Der Einsatz des Communicators erspart dem Gerätehersteller die Entwicklung einer integrierten Interbus-Schnittstelle. Für den Systemintegrator ermöglicht der Communicator die Integration beliebiger Feldgeräte in moderne Kommunikationsstrukturen. Besonders vorteilhaft ist, dass funktionskompatible Communicator-Varianten für eine breite Palette industrieller Netzwerke zur Verfügung stehen. Eine einmal erstellte Konfiguration ist ohne Änderungen auf andere Communicator-Varianten für andere Busse übertragbar.

Support

In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad helfen jederzeit bei der Erstellung der Konfiguration oder stellen Beispielkonfigurationen für gängige Protokolle zur Verfügung.

  KEY FEATURES
    kompletter Interbus-Slave
    max. 20 Byte zyklische Eingangs- und 20 Byte Ausgangsdaten
    500 kbit/s oder 2 Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit
    serielle Schnittstelle zum Feldgerät: RS-232, RS-422 oder RS-485
    Baudrate der seriellen Geräteschnittstelle: 1,2; 2,4; 4,8; 9,6; 19,2; 35,7; 38,4; 57,6 kbit/s
    volle Austauschbarkeit zu allen anderen Anybus-Communicator-Varianten
    PC-basiertes Konfigurationstool zur Anpassung an beliebige serielle Protokolle

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   120 mm x 75 mm x 27 mm (HxTxB)
Spannungsversorgung:   24 V max. 300 mA
Betriebstemperatur:   0 bis +55 °C
Schutzart:   IP20
Zertifikate:   conformance-getestete Interbus-Anschaltung für CE, UL, cUL
Anzahl Telegramme:   max. 100 verschiedene Telegramme definierbar
Interbus-Funktionen:   zyklische Prozessdatenübertragung
Interbus-Communicator:   Bestellnummer AB7012 (inkl. Konfigurationsprogramm und PC-Verbindungskabel)

  Weitere Informationen
    Interbus-Produkte von HMS
    Interbus-Grundlagen