Anybus-CompactCom-Familie

Anybus logo EtherCAT-Kommunikationsmodul

EtherCAT-ModulDas Anybus-CC-Modul für EtherCAT ist ein vollständiger EtherCAT-Slave. Es enthält alle Komponenten einer leistungsfähigen EtherCAT-Anschaltung. Herzstück des Moduls ist der HMS-NP30-Mikroprozessor, der im Zusammenspiel mit Beckhoffs EtherCAT-ASIC den gesamten EtherCAT-Protokollverkehr selbständig abwickelt. Der Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes wird so vollständig von der Protokollbearbeitung entlastet. Die geräteseitige Hard- und Software-Schnittstelle des Moduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen aktiven Anybus-CC-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des EtherCAT-Moduls mit allen anderen aktiven Modulen der Anybus-CC Produktfamilie ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.

Anwendungsbereich

Das Kommunikationsmodul ist für den Einsatz in intelligenten Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Steuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die schnelle Übertragung von E/A-Daten und Parametern über EtherCAT ankommt. Das steckbare Busmodul kann an jeder Stelle der Lieferkette zwischen Gerätehersteller und Endkunden in den Anybus-CC-Steckplatz eines Automatisierungsgerätes eingeschoben werden.

EtherCAT-Funktionen

LogoDas EtherCAT-Modul arbeitet als Slave am EtherCAT-Netzwerk. Es beinhaltet den gesamten EtherCAT-Protokollstack einschließlich der Anwendungsfunktionen CANopen über EtherCAT gemäß DS301. Es steht je ein TPDO- und RPDO-Objekt mit einer maximalen Datenbreite von je bis zu 256 Byte zur Verfügung. Das TPDO und das RPDO-Objekt kann auf bis zu 256 SDO-Objekte gemappt werden. Es stehen 8 FMMU-Kanäle zur Verfügung. Die Anbindung an das EtherCAT-Netzwerk erfolgt mit zwei RJ45-Standardanschlüssen. Zwei Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen EtherCAT-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen.

Geräteseitige Schnittstelle

Die Kopplung des Kommunikationsmoduls mit der Elektronik des Automatisierungsgerätes erfolgt entweder über ein Dual-Port-RAM (parallel) oder über eine schnelle serielle Schnittstelle (seriell). Bei paralleler Kopplung erfolgt der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem Anybus-CC-Modul über einen 8 Bit breiten Datenbus. Alternativ kann die serielle Kopplung benutzt werden. In diesem Fall werden nur das TX- und das RX-Signal benötigt. Die serielle Schnittstelle verwendet ein schnelles asychrones Protokoll mit Baudraten von 19,2 bis 625 kbit/s. Zur Versorgung des Moduls werden 3,3 Volt benötigt. Die Potenzialtrennung ist im Modul integriert.

Die Software-Schnittstelle arbeitet objektorientiert. Das Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden Nettodaten und Handshake-Kommandos ausgetauscht. Die gesamte EtherCAT-Protokollbearbeitung übernimmt das Modul. Für die geräteseitig zu realisierende Software-Schnittstelle stellt HMS einen Treiber im C-Quellcode zur Verfügung. Der Treiber steht im Bereich "Technische Dokumentation" für Sie zum kostenlosen Download bereit.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer EtherCAT-Schnittstelle werden durch den Einsatz eines Anybus-CC-Kommunikationsmoduls bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 2-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen aktiven Anybus-CC-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten an alle wichtigen Feldbusse und Industrial-Ethernet-Varianten geschaffen werden.

Support

Unsere In-Design Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Entwicklung und stellen u.a. Beispieltreiber im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Auch bei der Erstellung der obligatorischen EDS-Datei und der Gerätezertifizierung ist HMS behilflich. Unsere Entwicklerschulungen erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design.

M12-Stecker

Die M12-Version ist mit und ohne Geäuse verfügbar. Die Version mit Gehäuse ermöglicht Schutzarten bis IP20, wie unsere Standard Feldbus-Module. Bei M12-Versionen ohne Gehäuse sind Schutzarten bis IP67 möglich. Bei letzterer ist das Produkt gegen Staub und das Eindringen von Wasser geschützt.

  KEY FEATURES
    aktives Anybus-CC-Modul mit paralleler und serieller geräteseitiger Schnittstelle
    EtherCAT-Funktion: Slave
    max. 256 Byte E/A-Daten in jeder Richtung
    CANopen über EtherCAT Protokoll gemäß DS301
    1 RPDO und 1 TPDO und bis zu 256 SDO
    8 FMMU-Kanäle
    EtherCAT-Anschluss über 2 RJ45-Standardbuchsen
    generische EDS-Datei wird von HMS bereitgestellt
    Anschluss an die Geräteelektronik über Compcat-Flash-Standardsteckverbinder  
    volle Austauschbarkeit mit allen anderen aktiven Anybus-CC-Modulen
    M12-Version mit Schutzarten bis IP67

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   52 x 50 x 22 mm (L x B x H)
Spannungsversorgung:   3,3 Volt
Betriebstemperatur:   -40 bis +70 °C (Module mit Gehäuse)
-40 bis +85 °C (Module ohne Gehäuse)
EtherCAT-Funktionen:   zyklische und azyklische Datenübertragung mit TPDO-, RPDO- und SDO-Objekten
Bestellnummer:   AB6216 (Module mit Gehäuse)
AB6316 (Module ohne Gehäuse)
Bestellnummer M12:   AB6255 (Module mit Geäuse)
AB6355 (Module ohne Gehäuse)
(In Vorbereitung)

  Weitere Informationen
    EtherCAT-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle