Anybus-CompactCom-Familie

Anybus logo Modbus-TCP-Kommunikationsmodul

CompactCom-Modul für Modbus-TCPDas Anybus-CC-Modul für Modbus-TCP ist ein vollständiges Modbus-TCP-Interface mit Server-Funktion (Slave). Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen Modbus-TCP-Anschaltung. Der On-Board-Mikroprozessor wickelt das gesamte Modbus-TCP-Protokoll automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes vollständig von der Modbus-TCP-Protokollbearbeitung. Die geräteseitige Hard- und Software-Schnittstelle des Moduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen aktiven Anybus-CC-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des Modbus-TCP-Moduls mit anderen aktiven Anybus-CC-Modulen ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.

Anwendungsbereich

Das Kommunikationsmodul ist für den Einsatz in intelligenten Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Steuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das steckbare Busmodul kann an jeder Stelle der Lieferkette zwischen Gerätehersteller und Endkunden in den Anybus-CC-Steckplatz eines Automatisierungsgerätes eingeschoben werden.

Modbus-TCP-Funktionen

Modbus-LogoDas Modbus-TCP-Modul unterstützt maximal 256 Byte Input- und 256 Byte Output-Daten sowie 10 oder 100 Mbit/s Übertragungs­geschwindigkeit. Das Modul realisiert den vollständigen Funktionsumfang eines Modbus-TCP-Servers (Slave) und unterstützt folgende Modbus-TCP-Funktionen: "Read Coils", "Write Coils", "Read Input Discretes", "Read Multiple Registers", "Read Input Registers", "Write Coil", "Write Single Register", "Read Exception Status", "Force Multiple Coils", "Write Multiple Registers", "Mask Write Register", "Read/Write Registers". Die IP-Adresse kann entweder über einen zentralen DHCP- oder ARP-Server, durch Software über die Anwendungsschnittstelle oder über das HMS-Tool IPconfig festgelegt werden. Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen Modbus-TCP-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen. Der Ethernet-Anschluss erfolgt über eine RJ45-Standardanschlussbuchse.

Geräteseitge Schnittstelle

Die Kopplung des Kommunikationsmoduls mit der Elektronik des Automatisierungsgerätes erfolgt entweder über ein Dual-Port-RAM (parallel) oder über eine schnelle serielle Schnittstelle (seriell). Bei paralleler Kopplung erfolgt der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem Anybus-CC-Modul über einen 8 Bit breiten Datenbus. Alternativ kann die serielle Kopplung benutzt werden. In diesem Fall werden nur das TX- und das RX-Signal benötigt. Die serielle Schnittstelle verwendet ein schnelles asychrones Protokoll mit Baudraten von 19,2 bis 625 kbit/s. Zur Versorgung des Moduls werden 3,3 Volt benötigt. Die Potenztialtrennung ist im Modul integriert.

Die Software-Schnittstelle arbeitet objektorientiert. Das Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte Modbus-TCP-Protokollbearbeitung übernimmt der On-Board-Mikroprozessor.

IT-Funktionen

Zusätzlich zu den Modbus-TCP-Protokollfunktionen unterstützt das Modul auch alle in der Automatisierungstechnik geforderten informationstechnischen Funktionen. Dazu zählen insbesondere:

  • dynamischer Webserver mit Java- und SSI-Support
  • E-Mail-Client
  • FTP-Server
  • TCP/UDP/IP Socket Interface

Die IT-Funktionen können unabhängig und simultan zur Modbus-TCP-Kommunikation benutzt werden.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer Modbus-TCP-Schnittstelle werden durch den Einsatz eines Anybus-CC Kommunikationsmoduls bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 2-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-CC-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten an alle wichtigen Feldbusse und Industrial-Ethernet-Varianten geschaffen werden.

Support

Unsere In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Entwicklung und stellen u.a. Beispieltreiber im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Unsere Entwicklerschulungen erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design.

  KEY FEATURES
    aktives Anybus-CC-Modul mit paralleler und serieller geräteseitiger Schnittstelle
    komplette Modbus-TCP-Server-Implementierung (Slave)
    max. 256 Byte Eingangs- und 256 Byte Ausgangsdaten, zusätzlich Parameterdaten
    Ethernet-Übertragung 10 oder 100 MBit/s im Full- oder Half-Duplex-Betrieb
    integrierte Potenzialtrennung
    Ethernet-Anschluss über RJ45-Standardbuchse
    embedded Webserver, FTP-Server, E-Mail-Client, TCP/UDP-Socket-Interface
    Anschluss an die Geräteelektronik über Compcat-Flash-Standardsteckverbinder  
    volle Austauschbarkeit mit allen anderen aktiven Anybus-CC-Modulen

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   52 x 50 x 22 mm (L x B x H)
Spannungsversorgung:   3,3 Volt
Betriebstemperatur:   -40 bis +70 °C (Module mit Gehäuse)
-40 bis +85 °C (Module ohne Gehäuse)
Modbus-TCP-Funktionen:   Modbus-TCP-Server (Slave)
IT-Funktionen:   Embedded Webserver, FTP-Server, E-Mail-Client,
TCP/UDP-Socket-Interface
UL Nr.:   E214107
Bestellnummer:   AB6213 (Module mit Gehäuse)
AB6313 (Module ohne Gehäuse)

  Weitere Informationen
    Modbus-TCP-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle
    Modbus-TCP-Grundlagen