Anybus-M - Master-Schnittstellen im Kreditkartenformat

Anybus logo Master-Schnittstelle für Profibus

Das embedded Profibus-Master-Busmodul der Produktfamilie Anybus-M ist ein vollständiger Profibus-DP- und Profibus-DPV1-Master. Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen Profibus-DPV1-Master-Anschaltung. Das Modul ist auf Konformität zum Profibus-Standard geprüft und auf Interoperabilität mit vielen führenden Profibus Slave-Geräten getestet. Der On-Board-Mikroprozessor wickelt den gesamten Profibus-Busverkehr automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungs­gerätes vollständig von der Profibus-Protokollbearbeitung. Die dual-port-RAM-basierte Hard- und Software-Schnittstelle des Busmoduls ist standardisiert und funktional identisch mit den Anybus-M-Modulen für DeviceNet, AS-Interface und EtherNet/IP. Gerätehersteller, die einmal einen Anybus-Steckplatz in ihren Automatisierungsgeräten vorgesehen haben, können je nach Kundenwunsch einfach das jeweils passende Anybus-Modul einsetzen. Ohne langwierige eigene Entwicklungsarbeiten entsteht so eine universelle Master-Schnittstelle für Profibus, DeviceNet, AS-Interface und EtherNet/IP.

Anwendungsbereich

Das Busmodul ist für den Einsatz in leistungsfähigen Automatisierungsgeräten wie SPS, CNC, Robotersteuerungen und Visualisierungsgeräten geeignet. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das embedded Busmodul muss vom Hersteller eines Automatisierungsgerätes in die Geräteelektronik integriert werden.

Profibus-Funktionen

Logo ProfibusDas Profibus-Modul unterstützt maximal 125 Slaves mit bis zu 3 KB E/A-Daten. Alle Baudraten von 9,6 kbit/s bis 12 Mbit/s sind einstellbar. Alle zyklischen und azyklischen Profibus-DPV1-Dienste einschließlich Alarmverarbeitung stehen zur Verfügung. Speziell für Anwendungen in der Antriebstechnik sind zusätzliche Profidrive-Dienste der Version 3.1 für den azyklischen Parameterzugriff realisiert. Das Modul bietet Master-Funktionen "Klasse 1" und "Klasse 2". In der Standardversion wird das Modul mit der obligatorischen 9-poligen D-Sub-Buchse geliefert. Auf Anfrage können alternativ auch Klemmen oder Stiftleisten als Anschlussmöglichkeiten bestückt werden.

Konfiguration

Die Buskonfiguration wird mit dem Konfigurationsprogramm NetTool-PB erstellt. NetTool-PB läuft unter Windows entweder als eigenständiges Programm oder kann als OCX-Komponente in herstellerspezifische Programmiersoftware integriert werden. Die Bedienung erfolgt ähnlich wie bei der bekannten Siemens-Profibus-Software Step7. Der Funktionsumfang schließt Online-Test- und Inbetriebnahmehilfen ein. Das Laden der Konfigurationsdaten in das Modul erfolgt entweder extern über eine RS-232-Schnittstelle oder lokal über die Dual-Port-RAM-Anwenderschnittstelle.

Screenshot NetTool-PB

Geräteseitige Schnittstelle

Die Hardware- und Software-Schnittstelle des Busmoduls bildet ein 4 KB Dual-Port-RAM. Der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem Busmodul erfolgt über einen 8 Bit breiten Datenbus. Zusätzlich werden 12 Adressleitungen, Chipselect- und Read/Write- Signale benötigt. Das Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte Profibus-Protokollbearbeitung übernimmt der integrierte 16-Bit-Mikroprozessor im Zusammenspiel mit einem Profibus-ASPC2-Protokollchip von Siemens. Zur Versorgung des Moduls werden 5 Volt benötigt. Die vollständige Potenzialtrennung mit Optokopplern und DC/DC-Wandler ist bereits integriert. Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen Buszustand und eventuelle Fehlermeldungen.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer Master-Schnittstelle für Profibus und andere Systeme werden durch den Einsatz der Anybus-M-Module bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 1-2 Monaten. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten an bis zu 16 verschiedene Bussysteme geschaffen werden.

Zertifikate

Das Modul ist auf Kompatibilität zum Profibus-Standard geprüft. Zur Dokumentation der Industrietauglichkeit liegen CE-, UL- und cUL-Zertifikate vor. Die volle Interoperabilität mit Automatisierungsgeräten führender Slave-Hersteller, u.a. Wago, Beckhoff, Turck und Siemens, wurde erfolgreich getestet.

Support

HMS ist akkreditiertes Profibus-Kompetenzzentrum und unterstützt Sie gerne bei der Enwicklung einer Profibus-Schnittstelle. Von der Beratung über Schulungen bis zur Zertifizierung begleiten wir Sie in allen Entwicklungsphasen. Unser Technischer Support ist persönlich, qualifiziert und kostenlos.

  KEY FEATURES
    komplettes Profibus-DP/DPV1-Master-Busmodul nach IEC 61158
    max. 3 KB Prozessdaten (1.536 Byte Eingangs- und 1.536 Byte Ausgangsdaten)
    4 KB Dual-Port-RAM-Anwendungsschnittstelle
    Baudraten: 9.600 bit/s - 12 Mbit/s
    potenzialgetrennte Profibus RS-485-Schnittstelle mit integriertem DC/DC-Wandler und Optokopplern
    volle Austauschbarkeit zu allen anderen Anybus-M- und Anybus-S-Modulen für andere Netzwerke
    Evaluation Board verfügbar
    Beispiel-Software im C-Quellcode verfügbar

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   54 mm x 86 mm x 15 mm (BxLxH)
Spannungsversorgung:   +5 V max. 370 mA
Betriebstemperatur:   0 bis +70 °C
Profibus-Services:   alle zyklischen und azyklischen "Klasse 1"-Master-Dienste sowie zusätzliche "Klasse 2"-Master-Dienste
Profibus-Identnummer:   kann beliebig ausgewählt werden
Profibus-GSD-Datei:   kann beliebig geändert werden, Beispiele von HMS verfügbar
HMS-Bestellnr.:   AB5030 (Standardkonfiguration), kundenspezifische Konfigurationen der Steckverbinder, Schalter und LEDs auf Anfrage

  Weitere Informationen
    Profibus-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle
    Profibus-Grundlagen