Anybus-S – Slave-Schnittstellen im Kreditkartenformat

CANopen-Busmodul

CANopen-Slaveschnittstelle im KreditkartenformatDas embedded CANopen-Busmodul der Produktfamilie Anybus-S ist ein vollständiger CANopen-Slave. Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen CANopen-Anschaltung. Der integrierte Mikroprozessor wickelt das gesamte CANopen-Protokoll automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes vollständig von der CANopen-Protokollbearbeitung. Die dual-port-RAM-basierte Hard- und Software-Schnittstelle des Busmoduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen Anybus-S-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des CANopen-Moduls mit anderen Anybus-S-Modulen ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.

Anwendungsbereich

Das CANopen-Busmodul ist für den Einsatz in Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Steuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer CANopen-Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das embedded Busmodul wird vom Hersteller eines Automatisierungsgerätes in die Gerätelektronik integriert.

CANopen-Funktionen

CANopen Logo Das CANopen-Modul unterstützt eine maximale Datenbreite von 2.048 Byte Input- und 2.048 Byte Output-Daten. Die Übertragungsgeschwindigkeit kann von 10 kbit/s bis 1.000 kbit/s ausgewählt werden. Das Modul realisiert den vollständigen Funktionsumfang eines CANopen-Slave und unterstützt folgende Funktionen: "High Speed Data Tranfer" (TPDO/RPDO 1..8), "Slow Speed Data Transfer", "Object Read", "Object Write", "Emergency Messaging", "Object Re-Mapping". Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen CANopen-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen. In der Standardversion wird das Modul mit einer 9-poligen D-Sub-Anschlussbuchse geliefert. Auf Anfrage können alternativ auch Stiftleisten als Board-to-Board-Verbindung bestückt werden.

Geräteseitige Schnittstelle

Die Hardware- und Software-Schnittstelle des CANopen-Busmoduls bildet ein 2 KB Dual-Port-RAM. Der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem CANopen-Busmodul erfolgt über einen 8 Bit breiten Datenbus. Zusätzlich werden 11 Adressleitungen, Chipselect- und Read/Write-Signale benötigt. Das CANopen-Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte CANopen-Protokollbearbeitung übernimmt der On-Board-Mikroprozessor. Zur Versorgung des Moduls werden geräteseitig 5 Volt benötigt.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer CANopen-Schnittstelle werden durch den Einsatz eines fertigen CANopen-Busmoduls bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 1-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-S-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten für verschiedene Bussysteme geschaffen werden.

Zertifikate

Das Modul ist durch die Nutzerorganisation "Can in Automation" (CiA) auf Kompatibilität zum CANopen-Standard zertifiziert. Zur Dokumentation der Industrietauglichkeit liegen CE-, UL- und cUL-Zertifikate vor. Die volle Interoperabilität mit SPS- und PC-Masterbaugruppen wurde erfolgreich unter Beweis gestellt.

Support

Unsere In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Entwicklung und stellen u.a. Beispiel-Software im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Kostenlose Entwicklerschulungen erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design.

  KEY FEATURES
    parallele 2 KB Dual-Port-RAM-Schnittstelle
    DIP-Switch zur Einstellung der Slave-Adresse
    Baudrate: 10 - 1.000 kbit/s
    max. 2.048 Byte Input- und 2.048 Byte Output-Daten
    keine externe Spannungsversorgung nötig
    Potenzialtrennung mit Optokopplern und DC/DC-Wandler on Board
    zertifiziert durch "CAN in Automation" (CiA)
    einfache Austauschbarkeit mit den anderen Anybus-Modulen

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   54 mm x 86 mm x 15 mm (BxLxH)
Spannungsversorgung:   +5 V max. 250 mA
Betriebstemperatur:   0 bis +70 °C
CANopen-Baudrate:   10 bis 1.000 kbit/s einstellbar
Max. E/A-Daten:   2.048 Byte Input und 2.048 Byte Output
Protokolle:   CANopen-Version 3
HMS-Bestellnr.:   AB4003 (Standardkonfiguration mit 9-poliger D-Sub-Buchse), kundenspezifische Konfigurationen der Steckverbinder, Schalter und LEDs auf Anfrage
Hinweis Mittlerweile gibt es neuere Produktfamilien. Unser Vertrieb stellt Ihnen für neue Entwicklungsprojekte gerne Alternativen vor.

  Weitere Informationen
    CANopen-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle
    CANopen-Grundlagen