Anybus-S – Slave-Schnittstellen im Kreditkartenformat

Anybus logo ControlNet-Busmodul

ControlNet Busmodul im Kreditkartenformat Das embedded ControlNet-Busmodul der Produktfamilie Anybus-S ist ein vollständiger ControlNet-Slave. Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen ControlNet-Anschaltung. Der On-Board-Mikroprozessor wickelt das gesamte ControlNet-Protokoll automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes vollständig von der ControlNet-Protokollbearbeitung. Die dual-port-RAM-basierte Hard- und Software-Schnittstelle des Busmoduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen Anybus-S-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des ControlNet-Moduls mit anderen Anybus-S-Modulen ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.

Anwendungsbereich

Das ControlNet-Busmodul ist für den Einsatz in Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Steuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer ControlNet-Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das embedded Busmodul wird vom Hersteller eines Automatisierungsgerätes in die Gerätelektronik integriert.

ControlNet-Funktionen

Logo ControlNet Das ControlNet-Modul unterstützt eine maximale Datenbreite von 450 Byte Input- und 450 Byte Output-Daten. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt 5 Mbit/s. Das Modul realisiert den vollständigen Funktionsumfang eines ControlNet-Adapters gemäß dem Communication-Adapterprofil 12. Das Modul unterstützt implizit und explizit Messaging einschließlich unscheduled Messaging (UCMM). Die Stationsadresse wird über 2 Adressschalter an der Frontseite des Moduls oder über die geräteseitige Software-Schnittstelle eingestellt. Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen ControlNet-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen. In der Standardversion wird das Modul mit einem redundaten BNC-Koaxialkabelanschluss sowie einer RJ45-Buchse als Network Access Port geliefert. Auf Anfrage sind kundenspezifische Ausführungen der Steckverbinder und LEDs möglich.

Geräteseitige Schnittstelle

Die Hardware- und Software-Schnittstelle des ControlNet-Busmoduls bildet ein 2 KB Dual-Port-RAM. Der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem ControlNet-Busmodul erfolgt über einen 8 Bit breiten Datenbus. Zusätzlich werden 11 Adressleitungen, Chipselect- und Read/Write-Signale benötigt. Das ControlNet-Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte ControlNet-Protokollbearbeitung übernimmt der On-Board-Mikroprozessor. Zur Versorgung des Moduls werden geräteseitig 5 Volt benötigt.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer ControlNet-Schnittstelle werden durch den Einsatz eines fertigen ControlNet-Busmoduls bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 1-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-S-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten für verschiedene Bussysteme geschaffen werden.

Zertifikate

Das Modul ist durch "ControlNet International" auf Kompatibilität zum ControlNet-Standard zertifiziert. Zur Dokumentation der Industrietauglichkeit liegen CE-, UL- und cUL-Zertifikate vor. Die volle Interoperabilität mit SPS- und PC-Masterbaugruppen von Rockwell Automation wurde erfolgreich unter Beweis gestellt.

Support

Unsere In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Entwicklung und stellen u.a. Beispielsoftware im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Kostenlose Entwicklerschulungen erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design.

  KEY FEATURES
    parallele 2 KB Dual-Port-RAM-Schnittstelle
    Baudrate: 5 Mbit/s
    redundanter ControlNet-BNC-Koaxialkabelanschluss
    zusätzlicher Network Access Port (NAP) mit RJ45-Buchse
    max. 540 Byte Input- und 540 Byte Output-Daten
    minimale ControlNet-Netzwerk-Update-Zeit: 5 ms
    zertifiziert durch "ControlNet International"
    einfache Austauschbarkeit mit den anderen Anybus-Modulen

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   54 mm x 86 mm x 15 mm (BxLxH)
Spannungsversorgung:   +5 V max. 350 mA
Betriebstemperatur:   0 bis +70 °C
ControlNet-Baudrate:   5 Mbit/s, redundater RG6-Koaxialkabelanschluss
Max. E/A-Daten:   450 Byte Input und 450 Byte Output
Protokolle:   ControlNet-Communication-Adapterprofil 12
HMS-Bestellnr.:   AB4007 (Standardkonfiguration mit redundantem Koax-Kabelanschluss und RJ45- Buchse), kundenspezifische Konfigurationen der Steckverbinder, Schalter und LEDs auf Anfrage

  Weitere Informationen
    ControlNet-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle
    ControlNet-Grundlagen