Interbus-Busmodul
|
Das embedded Interbus-Busmodul der Produktfamilie Anybus-S ist ein vollständiger Interbus-S Slave. Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen Interbus-Anschaltung für die kabelgebundene RS-422-Übertragung. Das Modul ist zertifiziert und auf Interoperabilität mit führenden Interbus-Masterbaugruppen u.a. von Phoenix Contact getestet. Der On-Board-Mikroprozessor wickelt den gesamten Interbus-Busverkehr automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes vollständig von der Interbus-Protokollbearbeitung. Die dual-port-RAM-basierte Hard- und Software-Schnittstelle des Busmoduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen Anybus-S-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des Interbus-Moduls mit anderen Anybus-S-Modulen (u.a. Interbus-FO, Profibus, Profinet IO, DeviceNet, CANopen und Industrial Ethernet) ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.
Anwendungsbereich
Das Interbus-Busmodul ist für den Einsatz in leistungsfähigen Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Schweißsteuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das embedded Busmodul wird vom Hersteller eines Automatisierungsgerätes in die Gerätelektronik integriert.
Interbus-Funktionen
Das Interbus-Modul unterstützt maximal 10 Worte Prozessdaten, von denen bis zu vier Worte für den Parameterkanal (PCP) genutzt werden können. Das Modul basiert auf der neuesten Interbus-Chip-Technologie von Phoenix Contact und unterstützt die Interbus-Baudraten 500 kbit/s und 2 Mbit/s. Die Interbus-Schnittstelle ist in RS-422-Technik ausgeführt und galvanisch isoliert. Optokoppler und DC/DC-Wandler sind auf dem Interbus-Modul integriert. Das Modul realisiert den vollständigen Funktionsumfang eines Interbus-Slaves zur Prozessdatenübertragung und beinhaltet zusätzlich die benötigten Interbus-PMS-Dienste für die Übertragung der Parameterdaten. Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen Interbus-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen. In der Standardversion wird das Modul mit den bei Interbus obligatorischen zwei 9-poligen D-Sub-Anschlüssen geliefert. Auf Anfrage können alternativ auch Klemmen oder Stiftleisten als Anschlussmöglichkeiten bestückt werden.
Geräteseitige Schnittstelle
Die Hardware- und Software-Schnittstelle des Interbus-Busmoduls bildet ein 2 KB Dual-Port-RAM. Der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem Interbus-Modul von HMS erfolgt über einen 8 Bit breiten Datenbus. Zusätzlich werden 11 Adressleitungen, Chipselect- und Read/Write-Signale benötigt. Das Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte Interbus-Protokollbearbeitung übernimmt der integrierte 16-Bit-Mikroprozessor im Zusammenspiel mit einem Interbus-Protokollchip von Phoenix Contact. Zur Versorgung des Moduls werden 5 Volt benötigt. Die vollständige Potenzialtrennung mit Optokopplern und DC/DC-Wandler ist bereits integriert.
Vorteile
Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer Interbus-Schnittstelle werden durch den Einsatz des fertigen Interbus-Moduls von HMS bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 2-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-Module u.a. für Profibus, Profinet IO, DeviceNet, CANopen und Industrial Ethernet eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten an bis zu 16 verschiedene Bussysteme geschaffen werden.
Zertifikate
Das Modul ist durch den "Interbus Club" auf Kompatibilität zum Interbus-Standard getestet. Zur Dokumentation der Industrietauglichkeit liegt HMS das CE-Zertifikat vor. Die volle Interoperabilität mit Automatisierungsgeräten führender Hersteller, u.a. Phoenix Contact, Siemens, Moeller, ABB, Bosch Rexroth, Schneider und Hitachi, wurde von HMS in vielen Anwendungen erfolgreich unter Beweis gestellt.
Support
In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Interbus-Entwicklung und stellen u.a. Beispieltreiber im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Die kostenlosen HMS-Entwicklerschulungen erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design der Interbus-Anschaltung.
| KEY
FEATURES |
max. 10 Worte Interbus-Prozessdaten |
bis zu vier Worte Interbus-Parameterdaten |
Baudraten: 500 kbit/s oder 2 Mbit/s einstellbar |
Definition zusätzlicher herstellerspezifischer PCP-Objekte möglich |
potenzialgetrennte Interbus-Bus-In- und Interbus-Bus-Out-Schnittstellen für
kabelgebundene RS-422-Übertragung |
volle Austauschbarkeit zu allen anderen Anybus-S-Modulen für andere Netzwerke |
CE-, UL- und cUL-getestet |
funktionskompatibles 2 Mbit/s Interbus-Fiber-Optic-Modul verfügbar |
| TECHNISCHE DATEN |
| Abmessungen: |
54 mm x 86 mm x 15 mm (BxLxH) |
 |
| Spannungsversorgung: |
+5 V max. 400 mA |
 |
| Betriebstemperatur: |
0 bis +70 °C |
 |
| Interbus-Baudraten: |
auswählbar zwischen 500 kbit/s und 2Mbit/s |
 |
| Interbus-Funktionen: |
zyklische Prozessdatenübertragung mit max. 10 Worten I/O.
PCP-2.0-Parameterkanal mit max. 4 Worten Datenbreite.
PMS- 2.0-Dienste: Initiate, Abort, Reject, Status, Identify Get-OD (long), Read, Write. |
 |
| HMS-Bestellnr.: |
AB4294 (Standardkonfiguration), kundenspezifische Konfigurationen der Steckverbinder, Schalter und LEDs auf Anfrage bei HMS |