Anybus-S – Slave-Schnittstellen im Kreditkartenformat

Anybus logo Modbus-Plus-Busmodul

Modbus-Plus Busmodul im KreditkartenformatDas embedded Modbus-Plus-Busmodul der Produktfamile Anybus-S ist ein vollständiger Modbus-Plus-Slave. Es enthält alle analogen und digitalen Komponenten einer leistungsfähigen Modbus-Plus-Anschaltung. Der On-Board-Mikroprozessor wickelt das gesamte Modbus-Plus-Protokoll automatisch ab und entlastet so den Hauptprozessor des Automatisierungsgerätes vollständig von der Modbus-Plus-Protokollbearbeitung. Die dual-port-RAM-basierte Hard- und Software-Schnittstelle des Busmoduls ist standardisiert und funktional identisch mit allen anderen Anybus-S-Modulen. Dadurch ist die Austauschbarkeit des Modbus-Plus-Moduls mit anderen Anybus-S-Modulen ohne Änderungen der Geräteschnittstelle sichergestellt.

Anwendungsbereich

Das Busmodul ist für den Einsatz in Automatisierungsgeräten wie Antrieben, Bedienterminals, Industriewaagen und Steuerungen optimiert. Es kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo es auf die Übertragung großer Datenmengen bei hohem Datendurchsatz ankommt. Das embedded Busmodul wird vom Hersteller eines Automatisierungsgerätes in die Gerätelektronik integriert.

Modbus-Plus-Funktionen

Modbus LogoDas Modbus-Modul unterstützt globale I/O-Daten und Lese/Schreib-Befehle des Modbus-Registers. Je Modul können bis zu 32 Worte globale Input- und 32 Worte globale Output-Daten übertragen werden. Zusätzlich stehen die Befehle "Read Holding Register", "Preset Single Register" und "Preset Multiple Register" zur Übertragung azyklischer Daten zur Verfügung. Die Register-Lese/Schreib-Befehle können je Befehl bis zu 125 Datenworte übertragen. Die Modbus-Slave-Adresse und die Node-ID können entweder über den Adressschalter auf dem Modul oder durch Software über die Anwendungsschnittstelle gewählt werden. Vier Diagnose-LEDs signalisieren den aktuellen Modbus-Plus-Zustand und eventuelle Fehlermeldungen. In der Standardversion wird das Modul mit einer 9-poligen D-Sub-Anschlussbuchse geliefert. Auf Anfrage können alternativ auch Stiftleisten als Board-to-Board-Verbindung bestückt werden.

Geräteseitige Schnittstelle

Die Hardware- und Software-Schnittstelle des Modbus-Plus-Busmoduls bildet ein 2 KB Dual-Port-RAM. Der Datentransfer zwischen dem Mikroprozessor des Automatisierungsgerätes und dem Modbus-Plus-Busmodul erfolgt über einen 8 Bit breiten Datenbus. Zusätzlich werden 11 Adressleitungen, Chipselect- und Read/Write-Signale benötigt. Das Modbus-Plus-Modul kann im Interrupt- oder im Polling-Verfahren betrieben werden. Zwischen dem Modul und dem Geräteprozessor werden reine Nettodaten ausgetauscht, die gesamte Modbus-Plus-Protokollbearbeitung übernimmt der On-Board-Mikroprozessor. Zur Versorgung des Moduls werden geräteseitig 5 Volt benötigt.

Vorteile

Im Vergleich zur Eigenentwicklung einer Modbus-Plus-Schnittstelle werden durch den Einsatz eines fertigen Modbus-Plus-Busmoduls bis zu 70% Entwicklungskosten und wertvolle Time-to-Market eingespart. Die typische In-Design-Zeit liegt bei ca. 1-3 Wochen. Besonders vorteilhaft ist, dass nach einem einmaligen Entwicklungsprojekt auch alle anderen Anybus-S-Module eingesetzt werden können und damit Anschlussmöglichkeiten für verschiedene Bussysteme geschaffen werden.

Support

In-Design-Zentren in Karlsruhe, Chicago, Tokio und Halmstad unterstützen jederzeit bei der Entwicklung und stellen u.a. Beispiel-Software im C-Quellcode, Schaltungsvorschläge und Evaluation Boards zur Verfügung. Kostenlose Entwicklerschulungen, die monatlich in Karlsruhe stattfinden, erleichtern den Einstieg in die Anybus-Technologie und geben wertvolle Tipps für ein optimales Hardware- und Software-Design.

  KEY FEATURES
    parallele 2 KB Dual-Port-RAM-Schnittstelle
    DIP-Schalter zur Einstellung der Modbus-Plus-Slave-Adresse und der Node-ID
    Modbus-Plus-Baudrate: 1.000 kbit/s
    max. 32 Worte Input- und 32 Worte zyklische globale Modbus-Plus-I/O-Daten
    zusätzlich bis zu 125 Worte azyklische Parameterdaten (Read/Write Register)
    potenzialgetrennte RS-485-Schnittstelle
    integrierte Diagnose-LEDs
    einfache Austauschbarkeit mit den anderen Anybus-Modulen

  TECHNISCHE DATEN
Abmessungen:   54 mm x 86 mm x 15 mm (BxLxH)
Spannungsversorgung:   +5 V max. 230 mA
Betriebstemperatur:   0 bis +70 °C
Modbus-Plus-Baudrate:   1.000 kbit/s
Max. E/A-Daten:   Global I/O: 32 Worte Input und 32 Worte Output pro Modul
Register: 125 Worte pro Modbus-Plus-Befehl
Protokolle:   Modbus-Plus
HMS-Bestellnr.:   AB4080 (Standardkonfiguration mit 9-poliger D-Sub-Buchse), kundenspezifische Konfigurationen der Steckverbinder, Schalter und LEDs auf Anfrage

  Weitere Informationen
    Modbus-Plus-Produkte von HMS
    Was ist eigentlich Anybus?
    Zukauf oder Eigenentwicklung? - Grundsätzliche Überlegungen bei der Realisierung einer Busschnittstelle
    Grundlagen der Feldbussysteme